BK_Schülerin Tabea mit 102-jähriger Partnerin

Das Ziel, eine Ausstellung im traditionsträchtigen Museum Rothus an der Staatsstraße zu gestalten und durchzuführen sowie eine Tour d’Horizon der Gesellschaft des Dorfes abstrakt darzustellen, das waren die gesetzten Ziele, die vor Kurzem in die Tat umgesetzt werden konnten.

Die Vorbereitungen des Teams um Stefan Portmann, Gabriel Küng, Raphael Bremgartner, Andrea Zollinger, Doris Zünd und Samuel Hanselmann waren sehr zeitaufwendig. Das Projekt, das in der Vernissage mit Bläserensemble seinen krönenden Abschluss fand, ein sehr intensives. Die Idee dafür bestand seit geraumer Zeit, genauer gesagt seit vergangenen Herbst: Jede Schülerin und jeder Schüler des Oberstufenzentrums Oberriet-Rüthi erhielt einen vorgefertigten Holzrohling. Dieser war aus einer 4 mm Holzplatte im Format C6 ausgeschnitten und mit einem Bohrloch versehen. Jeder Jugendliche bekam zudem ein Jahrzehnt zugeteilt. Die 10 Jahrzehnte umfassten das letzte Jahrhundert (das erste Jahrzehnt setzte sich von 0 bis 10 Jahren, das zweite von 11 bis 20 Jahren etc. auseinander). Jeder Schüler suchte anschließend eine Person, welche seinem Jahrzehnt-Alter entsprach. Zusammen mit dieser Person aus dem Dorf wurde der Rohling bearbeitet und eine kurze Dokumentation (gemeinsames Foto der beiden, drei Interviewfragen) erstellt.

BK_Besucherandrang im nostalgischen Museum  BK_Bläserensemble zur Ausstellungseröffnung

„Die bearbeiteten Holztafeln sollen einen abstrakten Bezug zum Leben der ausgewählten Person herstellen“ erklärt Stefan Portmann. Es konnten somit diverse Themen, welche im Leben des Gegenübers eine Rolle spielten, aufgegriffen werden. Der 16-jährige Claude Meier hatte das Jahrzehnt 9 zugewiesen bekommen. Er ging ins Altersheim, um sich auf die Suche nach einer geeigneten Projektpartnerin zu machen. In Frau Zünd fand er schließlich eine kompetente Partnerin, mit welcher er sich einen Nachmittag lang traf, sich über ihr Leben und das Interesse an Kunst unterhielt und das Holztäfelchen kreativ gestaltete. Shontall Blöchlinger, gerade 17 geworden, fand in ihrer siebenjährigen Cousine eine passende Partnerin. Da das kleine Mädchen Glitzer und die Farbe Pink über alles liebt, entstand so ein fröhlich-schillerndes Kunstwerk der beiden. „Da es sich um eine künstlerische Auseinandersetzung handelt, musste das Thema abstrahiert respektive reduziert werden“ so Gabriel Küng. Es galt daher der Grundsatz: „Weniger ist mehr“. Fläche, Farbe, Muster oder Material waren die Gestaltungselemente.

23 Schüler bekamen je ein Jahrzehnt zugewiesen und hatten mehrere Wochen Zeit, die Vorgaben umzusetzen. Die Klassenlehrer sammelten die Holztafeln und die Dokumente mit den Interviewfragen ein. Die Ergebnisse wurden einer Fachjury präsentiert, welche sich einen Nachmittag lange intensiv mit den Arbeiten auseinandersetzte und sich beriet. „Es wurde viel diskutiert, denn die Auswahl der besten Arbeiten war immens schwierig“, so Andrea Zollinger, die mit in der Jury war. Bei einem Apéro und einer Ansprache von Schulpräsident Karl Loher wurden die Arbeiten einer breiten Öffentlichkeit präsentiert: Das Interesse an der Ausstellung „Schule im Museum“ war immens, das Rothus platzte aus allen Ecken und Enden. Es war schön zu sehen, dass die meisten Jugendlichen in Begleitung ihrer oft viel älteren Projektpartner erschienen und sich die einzelnen Werke ausführlich anschauten. Eine 102-jährige Dame brachte sogar ihre Lupe mit, um mit Tabea Kluser, mit welcher sie sich intensiv mit Kunst auseinandersetzte, genauer zu betrachten. Die Ausstellung ist noch den ganzen Juni im Museum Rothus zu besichtigen.

BK_Schüler Ramon mit 88-jähriger Projektpartnerin  IMG_8172